Die christliche Sekte "Universelles Leben"
Das Universelle Leben (UL) ist eine um 1978 in Würzburg entstandene religiöse Sekte, die bis 1984 den Namen Heimholungswerk Jesu Christi trug. Die von der Bewegung verbreiteten Lehren beruhen auf sogenannten Neuoffenbarungen:
Botschaften von JESUS:
"Die Christenheit wird noch große Überraschungen erleben, denn es ist sein Herzenswunsch, der auch Mein Wunsch ist, dass alles, was getrennt ist, wieder zusammengeführt wird, damit ICH einst die eine Herde übernehmen kann (Anm.: Neue Weltreligion der neuen Weltordnung - NWO!). Doch denkt immer daran, Meine Zeit ist nicht eure Zeit! Ihr denkt von heute auf morgen oder bewegt euch in der Zukunft, die dann doch ganz anders aussieht, als ihr sie euch vorstellt."
Beurteilung dieser Botschaft: eindeutige Hinweise auf die neue Weltreligion, die gleichzeitig mit der neuen Weltordnung kommen soll!
Auch gab es eine Spaltung innerhalb dieser Sekte (UL) und eine Gruppe gründete den sog. "Liebe Licht Kreis", der ebenfalls Botschaften von Gott, Jesus erhielt. Dieser LLK ist ein sog. Hexen-Kreis, bei der Satan sich als Jesus getarnt, die Menschen betrügt und belügt.
Quelle: http://www.liebe-licht-kreis-jesu-christi.de
Auch möchte ich noch eine Gruppe erwähnen, die sich "Fiat Lux" nannte. Auch hier gab es ein Medium (Channel), das von einer "höheren" Wesenheit Eingebungen empfängt. Diese Wesenheit soll angeblich niemand geringerer sein als Jesus Christus! Im Evangelium (NT) gibt es eine Stelle, die ich hier zitieren möchte:
“Wenn dann einer zu euch sagt: “Seht her, hier ist Christus!” oder: “Dort ist er!” - glaubt ihm nicht! Denn mancher falsche Christus und mancher falsche Prophet wird auftreten. Sie werden sich durch Wundertaten ausweisen, um, wenn das möglich wäre, sogar die irrezumachen, die Gott erwählt hat. Darum seid auf der Hut! Ich habe euch alles vorausgesagt.” (Mk, 13, 21)
Geschichte
Die Geschichte des Universellen Lebens ist geprägt durch Gabriele Wittek. Sie war die Führungspersönlichkeit und wird intern als „Prophetin und Botschafterin Gottes“ bezeichnet.[1]
Nach einer „Offenbarung“ 1977 entstand in Würzburg ein erster kleiner Kreis von Zuhörern. 1978 folgte ein zweiter Kreis von Zuhörern in Nürnberg, und es kam zur Namensgebung Heimholungswerk Jesu Christi.[2] Dieses verstand sich als Lehr- und Aufklärungswerk.[3]
Im Jahr 1979 trat das Heimholungswerk Jesu Christi erstmals mit Broschüren an die Öffentlichkeit. 1980 wurden die Vereine Gemeinschaft zur Förderung des Heimholungswerks Jesu Christi. Die Innere Geist-Christus-Kirche e. V. in Nürnberg sowie Heimholungswerk Jesu Christi. Die Innere Geist-Christus-Kirche e. V. in Stuttgart gegründet. Es folgte eine rasche Expansion in den deutschsprachigen Ländern, Italien und Spanien, die zehn bis fünfzehn Jahre anhielt. Durch zahlreiche Vorträge Witteks und rege Informations- und Werbeaktivitäten entstanden an etlichen Orten Gemeinden der sich „Urchristen“ nennenden Anhänger.
1984 wurde das Heimholungswerk Jesu Christi in Universelles Leben umbenannt. Anhänger gründeten die ersten Betriebe. 1990 ebbte die Expansionswelle in den ersten Verbreitungsgebieten Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Spanien ab, setzte sich jedoch weltweit in anderen Ländern fort. Die Anhänger bezeichneten sich seitdem als „Urchristen im Universellen Leben“.
Etwa seit dem Jahr 2005 ist das Universelle Leben nicht mehr unter diesem Namen aktiv, Ausnahmen bilden die Webpräsenz des Trägervereins, das ehemalige Hauptgebäude in Würzburg sowie der Radiosender Radio Universelles Leben. Viele nahestehende Organisationen sind nicht sofort als solche erkennbar. Auch auf ihrer Website hat die Bewegung das Angebot drastisch reduziert und verlinkt nur noch wenige ihrer Unterorganisationen.
Gerichtsurteile
In Bayern kam es zu mehreren gerichtlichen Auseinandersetzungen, unter anderem aufgrund einer Publikation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit von 1988. Darin werden zum Beispiel Vergleiche mit Scientology gezogen.[68] Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat schließlich in einem Urteil 1995 die Verbreitung bestimmter Behauptungen untersagt, die in einer Neuauflage bereits 1994 geschwärzt wurden.[69]
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte:
„Die Ausgestaltung des Gemeindelebens, wie sie aus der „Gemeindeordnung“ des „Universellen Lebens“ hervorgeht, darf in scharfer und überspitzter Formulierung ohne Verfassungsverstoß als totalitäre Struktur bezeichnet werden.“
– Az. 7 CE 93.2403/M 7 E 93.1976[70][71]
In die Urteilsbegründung des Gerichts fließt das Gutachten des Diplompsychologen Alfred Spall vom 12. Juli 1993 ein:
„Ziel sei erkennbar nicht der selbständig denkende und damit mündige Mensch, sondern der, der das Denken bereits überwunden habe, der sich der Ideologie des Werkes kritiklos unterwerfe.‘ […] Die Entindividualisierung wird nur als Läuterung, als bewusste Umwandlung des negativen […] deklariert. Der Mensch, der in Gott wurzele, halte sich von all den Diskussionen und Meinungen der Mitmenschen fern.“[70]
2006 wies der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine Klage des UL gegen die evangelische Kirche zurück, die auf ihrer Website geäußert hatte, „daß das Menschenbild des UL mit dem Grundgesetz und der bayerischen Verfassung unvereinbar sei.“[24] Die „vielfältigen Schriften und Lehrwerke des ‚Universellen Lebens‘ “ erlauben die Schlussfolgerung, das UL „könne als ‚Entpersönlichungs- und Entsozialisierungssystem‘ bezeichnet werden.“ Eine Beschwerde des UL gegen die Nichtzulassung der Revision wurde vom Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen.[24]
Weitere Stellungnahmen
Zu den Vorwürfen des Landes Berlin aus dem Jahr 1997, das Universelle Leben schüre antisemitische Vorurteile, teilten die Vertreter des Landes später mit: „Bereits 1999 hatte sich die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport aufgrund neuer Erkenntnisse entschlossen, folgende … der Äußerungen aus dem Bericht des Jahres 1997 nicht aufrecht zu erhalten: – in Schriften des Universellen Lebens würden auch antisemitische Vorurteile geschürt …“[72] Mit der Zurückweisung der Berufung scheiterte der Kläger Universelles Leben allerdings mit der Forderung, „dass er und die gleichnamige Glaubensgemeinschaft in den Berichten überhaupt nicht mehr erwähnt werden dürften.“ Die 130-seitige Schrift Risiken und Nebenwirkungen mit Informationen unter anderem zum Universellen Leben stand somit weiterhin auf der Website der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport online zur Verfügung.